Geschichte der FGL
Die Traditionen der Laucherthaler Fasnet gehen auf die Jahre um ca. 1900 zurück, in dem erste Berichte und Aufschriebe zum Bräuteln in Laucherthal entstanden sind.
Im Jahr 1930 entstand erstmals offiziell die Ledigengesellschaft Laucherthal, die die Fasnets-Traditionen in Laucherthal durchführte. Während der Zeit des Krieges pausierten diese Traditionen und wurden erst 1948 wieder durchgeführt, bis nur noch wenige junge Männer und Frauen Interesse am Brauchtumserhalt zeigten.
Im Jahr 1977 gründete sich die Schmelzer-Gilde und gliederte sich der Ledigengesellschaft Laucherthal an, um den Brauchtumserhalt wieder aufleben zu lassen. So konnte im Jahr 1978 mit dem Ruf: “Schmelze-Narro --- mir send wieder do!“ die Fasnet in Laucherthal wieder neu belebt werden.
1981 beschloss die Ledigengesellschaft Laucherthal (LGL) die Umbenennung in die Fasnachtsgesellschaft Laucherthal (FGL) mit ihrem heutigen Namen, ihrem Logo und mit all ihren bisherigen Gruppen. Die Bräutlingsgesellen und Garde der FGL kann man heute noch oft mit den alten Logos der LGL sehen, da sie als Untergruppe dies weiter bewahren.
Die Fasnachtsgesellschaft Laucherthal wurde schließlich 1982 in das Vereinsregister eingetragen.
Im Jahr 1986 gründete sich der Fanfarenzug der fortan die FGL bei ihren Umzügen musikalisch begleitete und bei ihren Veranstaltungen unterstützte. 1995 veranstaltete die Fasnachtsgesellschaft Laucherthal das Straßenfest Sigmaringendorf um für Ihren Fanfarenzug neue Uniformen nähen zu lassen.
Im Jahr 1987 wurde die Bruderschaft Obere Donau offiziell vorgestellt und mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde wurde die Fasnachtsgesellschaft Laucherthal ein Gründungsmitglied dieser Bruderschaft, die bis zum heutigen Tag besteht. Genaueres zur Bruderschaft Obere Donau befindet sich im Reiter Narrenbruderschaft.
1993 hat sich unsere Maskengruppe die Funkenteufel gegründet und ist bis heute unsere einzige Gruppe mit Maske.
2012 schließlich löste sich der Fanfarenzug aus Mangel an Mitgliedern auf. Von 2012 bis 2023 war in der Fasnachtsgesellschaft weiterhin eine kleine Gruppe ehemaliger Fanfarenzugmitglieder als Projekt FZ aktiv. Sie begleiteten die FGL bei Veranstaltungen der Hausfasnet. Es wurde dabei aber nicht die offizielle Uniform getragen.
Im Dezember 2016 gründete sich der Förderverein der Fasnachtsgesellschaft Laucherthal e.V., um die Fasnachtsgesellschaft Laucherthal bei ihren Vorhaben zu unterstützen.
Im April 2024 gründete sich der Förderverein zur Brauchtumspflege Laucherthal e.V., um die Bräuche und Traditionen über das Jahr, in Laucherthal durchzuführen.
Unser Haupt-Narrenruf ist „Schmelze-Narro“, der den Ruf der Ledigen „hoch-hoch-hoch“ im Jahr 1987 abgelöst hat. Unsere Funkenteufel rufen auch gerne mal „Funken-Teufel“
Für die Geschichte unserer Figuren und sonstige Informationen zu uns, einfach weiter nach unten scrollen. Für unsere Veranstaltungen, die wir über das Jahr betreiben, einfach auf den Reiter Veranstaltungen klicken. Für eine breite Masse an Bildern zur Geschichte der FGL auf dem Reiter Galerie unter der Kategorie Historische Bilder vorbeischauen.
Unsere Figuren gibt es auch als Malbuch für Kinder, schauen sie dafür auf dem Reiter Galerie unter der Kategorie Malbuch vorbei.
Eisenguss in den Laucherthaler Brunnen
FGL-Wappen
Gusseisernes Wappen im 1977 errichteten Laucherthaler Ortsbrunnen
Haupttraditionen der Laucherthaler Fasnet
Bräutlingsstange für die Tradition des Bräutelns am Fasnets-Sonntag sowie der Strohmann für das Strohmanntreiben am Schmotzigen-Donnerstag
Geschichte unserer Figuren
Der Narrenbüttel
Den Narrenbüttel oder auch Narrenpolizist genannt gab es bereits vor dem ersten Weltkrieg. Bei Fasnetsumzügen sorgte er für die Ordnungssicherheit bei den Veranstaltungen. Heute hingegen begleitet der Narrenpolizist die Veranstaltung oder den Umzug und kündigt seine Zunft an. Er trägt eine alte überspitzte Uniform mit Säbel und Schelle.
Der Fanfarenzug
Ursprünglich waren Fanfarenzüge an großen Fürstenhäusern angestellt. Dort kündigten sie mit ihren Fanfaren und Trommeln ihren Machthaber an, sobald dieser in der Öffentlichkeit auftrat. Ihre Uniformen leiten sich von historischen Gewändern ab. Zur Zeit des deutschen Kaiserreiches wurden Fanfarenzüge bei immer mehr Veranstaltungen genutzt. Nach dem Zerfall des Heiligen römischen Reiches, deutscher Nationen lösten sich diese Fanfarenzüge jedoch auf. Traditionelle Fanfarenzüge fanden sich so nur noch in Vereinen wieder, wo sie mit ihrer Musik die Aufgabe hatten, Umzüge zu begleiten, meistens mit Marschliedern. Nach und nach wurde die Musik aber unterhaltsamer.
Die Vorstandschaft
Dieses Häs wird von den aktuellen Vorständen der Fasnachtsgesellschaft Laucherthal getragen. Über die Jahre hinweg hat sich dieses Häs allerdings von Vorstand zu Vorstand verändert. Die Vorstände sorgen für die Leitung und Erhaltung der Tradition in der Laucherthaler Fasnet.
Die Gardemädchen
Die ersten Garde-Gruppen waren als eine Verspottung gegenüber dem Militär gegründet worden, indem sie bei Umzügen mitmarschierten, jedoch wurden diese Gruppen nach dem zweiten Weltkrieg von den alliierten Besatzungsmächten verboten. Die uns heute bekannte Tanzgarde entstand in der Zeit des Wiederaufbaues und wurde vom Revuetanz abgeleitet, weshalb die Garde heutzutage nicht nur auf Umzügen mitmarschiert, sondern traditionell auf Fasnetsbällen ihren Gardetanz praktiziert.
Der Ledigenclown
Der Ledigenclown sorgt während des Bräutelns für die Belustigung und Begleitung der Frau des zu bräutelnden Paares. Bei den Umzügen sucht er die Frauen aus, die die Ledigen während des Umzuges bräuteln. Er trägt eine Abwandlung des historischen Hofnarren, allerdings in einer etwas modernen Variante. Der Ledigenclown wird bis auf wenige Ausnahmen von den ältesten oder bald ausscheidenden Mitgliedern der Bräutlingsgesellen verkörpert.
Der Bräutlingsgeselle
Bräutlingsgesellen stammen vermutlich von Handwerksberufen ab. Ihr traditionelles Häs war abgeleitet von den Handwerkergilden. Hose, Weste, Hemd und Umhang. Das neuere Häs wurde in eine Kniebundhose mit Hosenträgern und Hemd umgewandelt. Die ledigen Männer der Gemeinde trugen bereits nach dem 30-jährigen Krieg frisch verheiratete Paare, Jubelhochzeitspaare und neu zugezogene Gemeindemitglieder auf einer Holzstange durch den Ort und ließen sie hochleben. Bereits um die Jahrhundertwende wird das Brauchtum alljährlich zur Fasnachtszeit in Laucherthal praktiziert. Auf Fasnetsumzügen werden junge Frauen von den Ledigen/Bräutlingsgesellen durch die Straßen getragen und gebräutelt, um die Tradition vorzustellen und dabei rufen die Ledigen nach ihrem traditionellen Bräutel-Lied: „Hoch, Hoch, Hoch“ und lassen die Frauen hochleben.
Der Schmelzer
Der Schmelzer trägt ein traditionelles Arbeitergewand eines Metall-Gießers. Dicke Cordhose, Hemd und darüber einen schützenden Lederschurz und Holzschuhe, die vor Verbrennungen schützen. Er wurde gegründet aufgrund der Eisenverhüttung im Hochofen des Zollern Werkes in Laucherthal. Auf Umzügen tragen sie deshalb Tiegel mit sich in denen sie Holz verbrennen, um das Handwerk des Eisenschmelzens zu symbolisieren. Der Narrenruf stammt deshalb auch von ihnen ab. „Schmelze-Narro“
Die Schmelzefrau
Die Frauen der Schmelzer trugen traditionell eine Bluse, einen Rock, eine Schürze darüber und ein Halstuch. Bei Kälte hatten sie eine gestrickte Stola als Kälteschutz. Die Arbeiterfrauen brachten zur Mittagszeit ihren Männern in einem Korb das Mittagessen in das Hüttenwerk. Heute haben die Schmelzefrauen in ihren Körben leckeres Süßes, das sie während des Umzuges an die Kinder verteilen. Vereinzelt verteilen sie auch kleine Vespersäckchen.
Der Funkenteufel
Der Funkenteufel ist die einzige Maskengruppe der FGL. Entstanden ist sie durch eine Geschichte, die sich die Schmelzer im Hochofen erzählt haben. Wenn Metall in ein Gefäß umgegossen wird, springen kleine Funken in alle Richtungen und die Schmelzer haben sich das so erklärt, dass der Teufel darinsitzt und in das flüssige Eisen pustet, weshalb die Maske des Funkenteufels auch ein pustendes Gesicht hat. Am Gewand des Teufels sind viele Flammen angebracht und wenn der Funkenteufel hüpft, springen seine vielen Flammen lustig auf seinem Häs. Dieses soll an ein loderndes Feuer erinnern. Auf Umzügen rufen die Maskenträger „Funken-Teufel“. Sie treiben ihre Späße mit den Menschen am Umzugsrand und verteilen danach gerne auch mal etwas Süßes.
Unsere Lieder
Original Schmelze-Lied
Sonderlied der Schmelze
Unsere Ausrufe und Anschreie bei Veranstaltungen
Traditioneller Anschrei der Bräutlingsgesellen zum Bräuteln
Text kann auch in der weiblichen Form gesungen werden
Anschreie an den Stationen zum Strohmanntreiben
Ausruf zum Ausschreien der Bräutlingsgesellen
Bilder aus verschiedenen Auszügen der Geschichte
Bräuteln in Laucherthal um 1930
Bräuteln in Laucherthal 1933
Strohmanntreiben in Laucherthal 1935
Ledige in Laucherthal 1953
Umzug in Laucherthal um 1950
Bräuteln in Laucherthal um 1960
Bräuteln in der Hitzkofer Straße in Laucherthal um 1960
Schmelzeball in Laucherthal 1993
Bildaufnahme der Häser der FGL vor 1995
Gruppenaufnahme der FGL um 1982
Gruppenaufnahme der FGL 1991
Abholung zum Bräuteln der FGL 1999
Unsere Orden und Pins
Ansteck-Pin der FGL
Masken-Pin der Funkenteufel
Holzschuh
Der Holzschuh wird von den Schmelzern getragen. Die Schmelzefrauen tragen um ihren Hals ein Halstuch, das durch diesen Holzschuh gezogen wird zur Befestigung.
Gewerk
Dieses Gewerk der Bergarbeit tragen die Schmelzer an ihrem Hut
Findelorden für die Kinder der FGL
Er wird dem Narrensamen gegeben mit Kontaktdaten auf der Rückseite, falls sich das Kind bei einem Umzug auf einen eigenen Weg begibt.
Ehrennadel der 15 Jährigen Mitgliedschaft in der FGL
Ehrennadel der 20 Jährigen Mitgliedschaft in der FGL
Ehrennadel der 25 Jährigen Mitgliedschaft in der FGL
Ehrennadel der 40 Jährigen Mitgliedschaft in der FGL
Ehrennadel der 25 Jährigen Mitgliedschaft in der FGL als Gründungsmitglied der Funkenteufel
Orden der damaligen LGL
Besonderheit: Er wurde nur Personen vergeben, die besondere Arbeit für den Verein leisteten, ca. 1960
Wiedergründungsorden aus dem Jahr 1977 der damaligen LGL nach ca. 10-jähriger Pause
Gründungsmünze der FGL aus dem Jahr 1982
Erster Orden der FGL
Zwei Jahre nach der Eintragung der FGL in das Vereinsregister wurde dieser erste Orden für die Mitglieder gemacht.
Gründungsorden der Funkenteufel
Orden der Narrenbruderschafft Obere Donau
Dieser Orden wurde 1993 an alle Ausschussmitglieder verteilt als Andenken der fünf Gründungsmitglieder der Narrenbruderschafft.
Ehrenorden der FGL
Besonderheit: Dieser Orden wurde nur denen verliehen, die beim Bruderschaftstreffen im Jahr 1992 eine besondere Arbeit für den Verein getätigt haben.
Der gleiche Orden mit dem Jahr 1991 wurde nur einmal vergeben an den damaligen Vorstand Siegmund Beyer, da während des Golfkrieges die Fasnet ausgefallen war.
Trefforden der FGL
Dieser Orden wurde 2014 für das Bruderschaftstreffen angefertigt.
Zusatz: besondere Auszeichnung der FGL
Mitglieder die besonders viel Zeit und Arbeit in den Verein stecken können vom Ausschuss der Fasnachtsgesellschaft zu einem Ehrenmitglied ernannt werden.
Ehrenmitglieder erhalten neben einer Urkunde diesen Pokal als Zeichen der hohen Anerkennung und Dankbarkeit.